14 Januar 2013

Neu gemalt - Saint Columcille

Ich habe ja gesagt, dass es heute ein neues Bild auf die Augen gibt. Es hat mich schon sooo lange gepiesackt, Columcille endlich nochmal neu zu malen - diesmal mit meinen digitalen Ölfarben - und endlich habe ich mich herangetraut. Es ging dann auch erstaunlich schnell und war, die Arbeitszeit zusammengefasst, in zwei oder anderthalb Tagen fertig.
Und Ihr könnt Euch jetzt auf einen langen Eintrag gefasst machen.
Also, entscheidet Euch: Kaffee holen oder flüchten.
Hier kommt erstmal das neue Bild:
© by me - no use without permission. All rights reserved.

Und hier die alte Version von 2010:
© by me - no use without permission. All rights reserved.

Columba ist auch bekannt unter dem Namen Columcille – die Taube der Kirche. Geboren wurde er jedoch als Colum MacFhelin MacFergus bei Loch Gartan in Donegal – am 7. Dezember 521. Es war ein Dienstag, weswegen jahrhundertelang die Dienstage als sein heiliger Tag galten; gleichzeitig auch als bester Tag um neue Projekte in Angriff zu nehmen. Sein Geburtsort heißt heute nach ihm Glencolumcille und ist nun ein Pilgerzentrum. (Und ich möchte sehr gerne mal hin. Ne, das war untertrieben. Ich möchte unbedingt mal hin.)

Wie einige andere keltische Heilige enstammt auch Colum (oder der Fuchs, wie sein Spitzname war) einer königlichen Familie (bei den vielen kleinen Königreichen damals und den weitverzweigten Clans auch kein großes Wunder). Seine Mutter Eithne war eine Tochter des Königshauses von Leinster und Colums Vater Fedhlimdh war der Urenkel des berüchtigten Niall of the Nine Hostages, der im Jahre 472 das Zeitliche segnete, nachdem er Irland 72 Jahre lang beherrscht hatte. Niall war neben seinem Job als irischer Hochkönig ein skrupelloser Pirat gewesen und soll für den Überfall auf die Westküste Britanniens verantwortlich gewesen sein, bei dem Saint Patrick entführt wurde.

Informationen über Colum selber findet man hauptsächlich in Adomnáns Vita Columbae. Dass Adomnán große Stücke auf Columba hielt, kann man an seiner Beschreibung deutlich erkennen:
"He had the face of an angel; he was of excellent nature, polished in speech, holy in deed, great in council. He never let a single hour pass without engaging in prayer or reading or writing or some other occupation. He endured the hardships of fasting and vigils without intermission by day and night; the burden of a single one of his labors would have seemed beyond the powers of man. And, in the midst of all his toils, he appeared loving unto all, serene and holy, rejoicing in the joy of the Holy Spirit in his inmost heart."
Als ein Sohn des königlichen Ui Neill Clans hätte Columba gut und gerne einmal König von Irland werden können und um ihm eine gute Erziehung angedeihen zu lassen, kam er schon in jungen Jahren zur Ausbildung in ein Kloster. Er liebte Bücher und war sehr wissenshungrig – das muss ein wahres Paradies für ihn gewesen sein. Manchmal kann man auch nachlesen, sein Vater sei Druide gewesen – nicht ungewöhnlich für einen Clanchef/König zu dieser Zeit. Dies lässt dann auch vermuten, dass Colum mit seiner Liebe zu Poesie ebenfalls die Ausbildung eines Barden genoß.
Mit 19 Jahren entschied er sich dafür, fest ins Kloster zu gehen und wurde zunächst der Eleve von Finnian of Moville; später der eines anderen Finnians – Finnian of Clonard.
Im zarten Alter von 25 Jahren gründete er bereits sein eigenes Kloster in Derry (heute Londonderry), das damals – sehr passend für ihn – ein Eichenwäldchen am Meer war und zuvor ein heiliger Platz der Druiden. Er achtete sehr darauf, dass keiner der Bäume gefällt wurde, um Gebäuden Platz zu machen und er äußerte sogar einmal in einem seiner Gedichte, er habe viel mehr Angst vor dem Geräusch einer Axt in den Wäldern von Derry als vor der Hölle.

Seine große Liebe zu Büchern und gerade sein Enthusiasmus beim Kopieren selbiger (er galt als einer der besten Schreiber und Kopisten seiner Zeit) führten jedoch leider dazu, dass er sein geliebtes Derry verlassen musste. Es ist vielleicht der erste Copyright-Streit in der Geschichte...denn Colum kopierte einen Psalter, der Finnians Kloster in Moville gehörte. (Eigentlich nicht unüblich damals – so wurden Bücher weitergegeben und verbreitet.) Finnian war strikt dagegen und der Hochkönig Irlands, vor den der Fall tatsächlich gebracht wurde, entschied zugunsten Finnians. Colum jedoch hatte das hitzige Temperament seines Ur-Ur-Großvaters Niall geerbt, ging vollkommen an die Decke und weigerte sich, diesem Urteil Folge zu leisten. Im Gegenteil. Er sammelte seine Freunde um sich und griff tatsächlich den König bei Sligo an. Dies ist bekannt als Battle of Cúl Dreimhne.
Natürlich wurde er daraufhin aus seinem Heimatland verbannt und konnte es nur der Intervention Brendans of Birr verdanken, dass er nicht aus der Kirche geworfen wurde. Sein Anam Cara, sein Seelenfreund Saint Cainneach, bei dem er Rat suchte, sagte ihm, er müsse so viele Seelen für Christus gewinnen wie in der Schlacht, die er ausgelöst hatte, verloren gingen. (Ich denke, er sagte weniger, er solle die Seelen für Christus gewinnen, als ihnen vielmehr generell Gutes tun.)


Sein Derry vermisste er sehr – man kann es auch deutlich in einem seiner Gedichte spüren:

My heart is broken in two for love of my beautiful land. If death should suddenly take me, the cause is grief for my home.
If all Alba were mine, from its centre out to its coast, I would gladly exchange it for a field in a valley of Durrow or Derry.
Carry westwards my blessing, to Eire carry my love. Yet carry also my blessing east to the shores of Alba.

Zusammen mit 12 Anhängern und Freunden verließ er 563 Irland und kam auf der Insel Iona an, auf der es bereits eine kleine christliche Gemeinde gab und erbaute dort sein größtes Kloster. Das war unter anderem das Pech eines Robbenwilderers.... Denn Columba hatte einiges an außersinnlichen Gaben, die er unter anderem einmal dazu genutzt hatte, besagten Robbenmörder zu fassen. (Robben galten übrigens als Engel in Tiergestalt.) Nach seinen Eingebungen machten sich Colum und seine Mönche auf den Weg in das Versteck des Mannes und fanden ihn an einem Boot voller toter Robben. Anstatt ihn zu bestrafen, versogte Colum ihn mit allem Nötigen, so dass er die Tiere nicht mehr töten musste.
Dies ist nur ein kleines Beispiel – Colum hatte einen sehr guten Ruf als Seher und seine Gaben umfassten Vorhersagen, Hellsicht und außersinnliche Wahrnehmung. Wie viele andere keltische Heilige, konnte er Engel sehen und hatte Kontakt mit der Anderswelt. Für die irischen und schottischen Könige von Dalriada war er ein wertvoller Ratgeber und daneben noch Poet, auf eine Art Politiker und natürlich Priester. Er tat sehr viel für Schottland und unternahm sogar eine Mission zu den Pikten (zusammen mit Cainneach und Comgall).

Colum war jedoch nicht nur ein kraftstrotzendes Energiebündel, er war auch sehr sanft, voller Liebe, gesundem Menschenverstand und vor allem Freude. Freude am Leben und seinen kleinen und großen Schätzen. Er hatte ein außergewöhnliches Verhältnis zu Tieren und Jesus nannte er seinen Druiden: 'mo drui, mac Dé' .

Adomnáns Vita Columbae zeichnet das Bild eines charismatischen Menschen und beschreibt ihn als hochgewachsenen und eindrucksvollen Mann mit einer atemberaubenden Ausstrahlung, der gleichzeitig Poet, Gelehrter und auch eine Art Herrscher ist. Er scheint vieles an druidischer Magie geerbt zu haben, denn es heißt, dass er Kranke heilte, magische Wettbewerbe ausfocht, „Dämonen“ bekämpfte, übernatürliche Wesen besiegte usw. Auch soll er zu einem gewissen Mass die Elemente beherrscht und einen speziellen Kristall besessen haben, den er zum Heilen einsetzte. Beschrieben wird er als weißer Stein – vielleicht war es ja ein Bergkristall. Er hatte ihn in einem Fluß gefunden und für seine Zwecke gesegnet und aufgeladen.
Niemals war er mit den römischen Änderungen an der keltischen Kirche einverstanden gewesen – was der einzige Punkt ist, an dem Bede mal nicht seiner Meinung ist.

Das weiße Pferd auf dem Bild hat ihn als guter Freund lange Jahre seines Lebens begleitet und es heißt, dass es seinen nahenden Tod ahnte und bei ihm war – den Kopf in seinem Schoß und ihn tröstend und auf seinen Weg mit vorbereitend. Es war Samstag, der 9. Juni 597.

Eines seiner wunderschönen Gebete/Gedichte möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Alone with none but thee, my God,
I journey on my way.
What need I fear when thou art near,
O King of night and day?
More safe am I within thy hand
than if a host should round me stand.

My destined time is known to thee,
and death will keep his hour;
did warriors strong around me throng,
they could not stay his power:
no walls of stone can man defend
when thou thy messenger dost send.

My life I yield to thy decree,
and bow to thy control
in peaceful calm, for from thine arm
no power can wrest my soul.
Could earthly omens e'er appal
a man that heeds the heavenly call?

The child of God can fear no ill,
his chosen dread no foe;
we leave our fate with thee, and wait
thy bidding when to go.
'Tis not from chance our comfort springs.
thou art our trust, O King of kings.


Quellen: The Celtic Year - A Celebration of Celtic Christian Saints, Sites and Festivals, Shirley Toulson
Oxford Dictionary of Saints, David Farmer
Angels and Goddesses - Celtic Christianity & Paganism in Ancient Britain, Michael Howard


Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

.....ja, er hat das Gesicht eines "Engels".......
Er ist wunderschön geworden!!!
Liebe Grüße
Grey Owl

Ashmodiel hat gesagt…

Danke Dir <3
Das mag daran liegen, dass er eigentlich ein Engel ist. =)

athena hat gesagt…

Wirklich ein wunderschönes Gedicht... Und der Busche kommt mir sehr sympathisch rüber, nicht nur äußerlich. Aber sein treuer Freund, das wunderschöne Pferd :)
Sowas rührt mich ja zutiefst...

Alruna )O( hat gesagt…

Deine alten Bilder waren ja schon super, aber deine neuen sind fantastisch!!!

Ashmodiel hat gesagt…

Athena, der Bursche ist toll =D

Alruna, ganz, ganz, ganz, ganz, gaaaanz lieben Dank!

Hummel hat gesagt…

<3 Ohne Worte…

Ashmodiel hat gesagt…

=)