11 November 2012

Martin von Tours



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Martin von Tours - eigentlich Martinus, was sich vom Gott Mars ableitet, ist einer der beliebtesten Heiligen des Mittelalters und sicher auch heute noch einer der bekanntesten neben Nikolaus.
Geboren wurde er im Jahre 316 (ungefähr) in Savaria in der römischen Provinz Pannonien im heutigen Ungarn. Sein Vater war Offizier in der römischen Armee und stammte aus Pavia in Oberitalien, wo Martinus auch seine Kindheit verbrachte. Dort soll er auch das erste Mal Kontakt mit dem Christentum bekommen haben.
Mehr maulig als begeistert beugte er sich auch Herrn Papás Wunsch und trat in seine Fußstapfen. Eine große Wahl hatte er auch nicht, da er als Sohn eines Tribunus militaris vom Gesetz her dazu verpflichtet war.
Dort machte er auch rasch Karriere und stieg bereits mit 15 Jahren zur Leibwache Konstantins II. auf und ging nach Mailand. Das Christentum jedoch hatte für ihn nie an Faszination verloren und es stand ihm sogar immer näher, je länger er unter Julian in Gallien gegen die Alemannen kämpfte. In der Nähe der Civitas Vangionum wurde er schließlich sozusagen zum ersten bekannten Kriegsdienstverweigerer der Geschichte. Er wollte nicht gegen die Germanen kämpfen und teilte mit, er sei von Stund an kein miles Caesaris (Soldat des Kaisers) mehr, sondern ein miles Christi. Damit bat er auch gleichzeitig um Entlassung aus der Armee, was für einen Offizier wie ihn sicherlich ein Skandal war. So wurde ihm dieser Wunsch auch lange, lange verweigert. Erst nachdem er seine 25 Jahre abgeleistet hatte, wurde er durch Julian im Jahre 356 aus dem Militärdienst entlassen - im Alter von ca. 40 Jahren. Zwischendurch wurde er wegen seiner Verweigerung sogar inhaftiert.
In dieser Zeit ereignete sich auch die berühmte Szene der Mantelteilung. Martinus ritt in Amiens an einem fast nackten Bettler vorbei, für den er seinen Mantel auseinanderschnitt, damit er etwas hatte, das ihn wärmte. Im Traum ist ihm dann wohl Christus erschienen und trug eben jenen Mantel. Sicherlich nicht ungewöhnlich für einen Menschen, dem das Schicksal des Bettlers sehr ans Herz gegangen ist und der sich schon lange Zeit mit dem Christentum beschäftigte. Vielleicht dachte er ja auch an Jesu' Worte "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."
Kurz darauf wurde er getauft und reiste dann nach Pannonien, Mailand und Illyricum.
Nachdem Hilarius, der Bischof von Poitiers 360 aus seiner Verbannung zurückkehrte, schloss Martinus sich ihm an, lernte eine ganze Weile bei ihm und wurde dann Einsiedlermönch in Ligugé auf Land, das Hilarius ihm gegeben hatte. Es dauerte nicht lange, und es scharten sich dort Anhänger um ihn und Ligugé wurde somit zum ersten Kloster Galliens. Martinus blieb dort bis er 372 unter großem Beifall von Vol und Kirche Bischof von Tours wurde. Aus dieser Zeit stammt auch die Legende, die jedes Jahr etlichen Gänsen ein Ende als Martinsgans beschert. Martinus soll wenig begeistert gewesen sein von dem Gedanken, Bischof zu werden und empfand sich auch nicht als würdig genug. Also versteckte er sich in einem Gänsestall, damit er nicht ernannt werden konnte. Die Gänse aber schnatterten natürlich so laut, dass er entdeckt wurde.
Auch als Bischof lebte er weiterhin als Mönch - zunchst in einer Zelle nahe der Kathedrale und später im Kloster Marmoutier, das von ihm errichtet wurde und bald 80 Mönche beherbergte. Er gründete eine Reihe weiterer Klöster und bereiste seine Diözese zu Fuß, auf dem Esel und per Schiff. Während seines 25jährigen Episkopats festigte sich sein Ruf als Wundertäter durch das Heilen von Lepra und sogar die Wiedererweckung eines Toten. Ebenso war er öfter mal in Streitigkeiten um die Kirchenlehren verwickelt, so auch bei dem Heckmeck um Bischof Priscillian von Ávila, der als Häretiker bekannt war. Er wurde an Kaiser Maximus' Hof in Trier 386 der Hexerei angeklagt - damals ein Kapitalverbrechen. Martinus setzte sich für ihn ein und fand sich damit plötzlich gegen viele seiner Zeitgenossen stehend. Als Priscillian jedoch exekutiert wurde (der erste Tod wegen Ketzerei), explodierte dessen Anhängerschaft in Spanien förmlich und Maximus hatte sich so ziemlich ins eigene Fleisch geschnitten. Martinus protestierte gegen die Exekution wie ein Stehaufmännchen sowohl bei Maximus als auch bei Ambrosius von Mailand und Siricius von Rom. Das schien den Herren allerdings ziemlich am Allerwertesten vorbeizugehen und Martinus verweigerte in seinem Zorn den Bischöfen, die die Verurteilung und Exekution vorangetrieben hatten, das Abendmahl. Prompt drohte der Kaiser damit, die Anhänger Priscillians und auch Leute, die mit Martinus selbst in Verbindung standen zu verfolgen, so fügte er sich zähneknirschend (und sicherlich mit ohnmächtiger, kochender Wut) und nahm besagte Bischöfe zumindest während der Bischofsweihe des Trierer Bischofs Felix wieder in die eucharistische Gemeinschaft auf.
Im hohen Alter schließlich hatte Martinus die Vision seiner eigenen Todes und starb am 8. November 397 im Alter von 81 Jahren in Candes und wurde am 11. November in Tours beigesetzt.
Seiner Verehrung breitete sich rasch aus - nicht nur wegen seines Rufes als Wundertäter schon zu Lebzeiten, sondern auch wegen seiner Biographie, die sein Freund Sulpicius Severus verfasste.
Quelle: Oxford Dictionary of Saints

Woher die Annahme kommt, er sei der Onkel Saint Patricks weiß ich leider nicht, aber da kann uns sicher die Hummel weiterhelfen.

Kommentare:

Hummel hat gesagt…

Manche Quellen bretonischer und irischer Herkunft bezeichnen Patricks Mutter, Conchessa, als Martins Schwester, andere als seine Nichte. Er war also vermutlich der Onkel oder Großonkel.

Dom Morice schreibt in seiner 'Histoire' "Patrice recouvre la liberté vers l'ans 395. & repassa dans les Gaules. Il se retira d'abord aupres de saint Martin, son grond uncle, qui lui donner la tonsure."

"Conchessa was his mother's name. She was the daughter of Ochbas, of France was her kin... she was a sister of St Martin" (the tripartite life of St Patrick: http://openlibrary.org/books/OL23370525M/The_Tripartite_life_of_Patrick)

Und noch einige andere.
Eine von Patricks älteren Schwestern heiratete übrigens Conan (Cynan) Meriadoc, der vom unbeliebten Maximus als erster König der Bretagne eingesetzt wurde und mit diesem wohl auch eng verwandt war. Das war ein ziemlicher politischer Eierlauf alles damals.

Davon ab - schöner Beitrag. =) Ich mag St Martin. Die Person - das Fest gibt's hier nicht wirklich bei uns.

athena hat gesagt…

Hey, jetzt hab ich ja doch noch einiges an Informationen über den guten St. Martin erhalte ;-)
Sehr schön, ich danke Dir dafür :-)

Ashmodiel hat gesagt…

Danke, Hummel <3
Ein Skandal, dass man es nicht feiert. ;)

Athena, immer gerne zu Diensten. ;)

L. Diane Wolfe hat gesagt…

Beautiful piece!

Ashmodiel hat gesagt…

Thank you, Spunky!