28 Oktober 2010

Gemalt: Saint Comgall of Bangor


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aint Comgall of Bangor wurde irgendwann zwischen 510 und 520 herum im irischen Königreich Dalriada geboren (in manchen Quellen wird das Jahr seiner Geburt auf 516 festgelegt).
Dalriada oder eher altirisch Dál Riata erstreckte sich über die Westküste Schottlands und einige Gebiete in Irland. Im späten 6. und im 7. Jahrhundert war es grob das, was heute Argyll und Bute (Earra-Ghaidheal agus Bòd) in Schottland, Lochaber in Schottland und County Antrim in Irland sind.
Comgall stammte aus dem irischen Teil – geboren wurde er in Ulster nahe Magheramorne im heutigen County Antrim. Magheramorne oder irisch Machaire Morna ist ein Weiler ca. fünf Meilen südlich von Larne an der Küste von Larne Lough.
Zunächst diente Comgall als Soldat, ging dann jedoch nach Clonard, um unter Saint Finnian (auch Fintan genannt) zu studieren. Dort lernte er auch zwei seiner besten Freunde kennen, Saint Cainneach und Saint Columba. Zwischenzeitlich lernte er auch unter Saint Ciaran in Clonmacnoise (Cluain Mhic Nóis), das dieser 545 gegründet hatte. Da Ciaran 549 schon starb, kann Comgalls Lehrzeit dort nicht allzulange angedauert haben.
Nach seiner Lehrzeit zog es ihn erstmal zurück nach Ulster, doch hatte er den großen Traum, Missionar zu werden und wollte nach Britannien gehen. Dies wurde ihm jedoch von Lugidius, dem Bischof, der ihn geweiht hatte, gründlich ausgeredet und er sah sich vor den Scherben seines Lebenstraumes, woraufhin er zunächst vollkommen zurückgezogen mit einer sehr kleinen Gruppe Brüder auf einer Insel auf dem Lough Erne lebte – und zwar ein sehr striktes und kärgliches Leben. Nachdem sieben seiner Mitbrüder dort an Hunger und Kälte starben, war dann auch Schluß mit „lustig“ und er fasste sich ein Herz und wollte den Glauben dann daheim in Irland verbreiten.
Damit führte es ihn auch nach Bangor, wo er das Kloster gründete. Wann, da streiten sich wieder die Gelehrten... Mal heißt es 522, mal 555, dann wieder 558.
Das Kloster in Bangor zog tausende von Mönchen an, unter ihnen die Heiligen Columbanus (nicht sein Freund Columba), Gall und Moluag. Comgall war dort 20 Jahre lang der Lehrer von St. Columbanus, der später sozusagen Comgalls eigenen Traum erfüllte und Missionar wurde.
Die Regel in Bangor soll „strict, holy and constant“ gewesen sein, wie das Antiphonarium von Bangor aus dem 7. Jahrhundert zu berichten weiß. Comgalls Gemeinschaft in Bangor sei „graced with the hope of salvation and made perfect in love“.
Ob die Regel dort zu Comgalls Lebzeiten tatsächlich so strikt war, weiß ich nicht – aber es ist zu vermuten. Comgall war ein Mann der festen Prinzipien und erlaubte sich selber (warum auch immer) nur eine Mahlzeit am Tag. Wenn er etwas tat, dann verschrieb er sich der Sache voll und ganz und war mit allem, was er hatte dabei. Das erwartete er dann allerdings auch von anderen.
Er hatte ein sonniges, aber auch sehr aufbrausendes Temperament und war ein sehr guter Freund, der auch gerne und viel lachte. Seine Sonne wurde zweimal in seinem Leben sehr gedämpft – das erste Mal, als er seinen Lebenstraum zerschlagen sah, das zweite Mal, als sein Beichtvater starb. Überliefert sind von ihm daraufhin folgende Worte:
„My soul-friend has died and I am headless […] for a man without a soul-friend is like a body without a head.“
Das zeigt noch einmal die tiefe Bedeutung, die der Anam Cara hatte.
Befreundet war Comgall unter anderem mit Saint Columba, Saint Cainneach, Saint Cormac, Saint Brendan und Saint Finnian of Moville – besagter Anam Cara.
Nach einem langen Leiden starb er entweder 597 oder 600 in seinem Kloster in Bangor.
Sein Festtag ist der 11. Mai. Seine Reliquien, die in Bangor ruhten, wurden von den Wikingern zerstreut.

Quellen: Oxford Dictionary of Saints
Catholic Enyclopedia
Ireland's Eye


Kommentare:

Feona Malea hat gesagt…

Was für ein wunderschönes Bild - jedes Mal wenn ich an ihm vorbeilaufe (er steht ja derzeit im Flur) muss ich lächeln :)

Hach ... wunderbar!

Danke auch für die tolle Erzählung!

Zachia hat gesagt…

Schön, einfach schön..

2woelfe hat gesagt…

Ich finde ihn unglaublich. Er sieht so weichherzig aus, freundlich und scheint dennoch große Tiefen zu haben. Und die Sommersprossen... :D

Ashmodai hat gesagt…

Ich danke Euch ganz ganz doll. :)
Große Tiefen hat er auch.

Katherene hat gesagt…

Ich möchte mich jetzt mal für die vielen unglaublich informativen Biografien zu deinen tollen Bildern bedanken. Es ist faszinierend, wenn man das, was du schreibst, den Bildern gegenüberstellt. Dieser Saint Comgall wirkt irgendwie so unbekümmert, offen und standfest - wenn man liest, welches Leben er hat, sieht man das ganz anders.

Ashmodai hat gesagt…

Unbekümmert, offen, standfest - ja, das war er auch, gleichzeitig aber auch oft sehr ernst und von großer Tiefe. Und von großem Eigensinn mit einem begnadeten Sturkopf. =D
Danke Dir, ich freu mich sehr über Deine Worte.

Ferun Namid hat gesagt…

Ich mag den Gesichtsausdruck und natürlich die roten Haare und Sommersprossen *chrrr*
Ich find irgendwie wirkt er wie ein Schelm. Also so ein wie ein ewiges Kind.....

Ashmodai hat gesagt…

Ja, so in der Art ist er auch - sehr sonnig im Gemüt. :)