22 Oktober 2010

Gemalt: Manannán mac Lir


© by me - no ose without permission

Vorgestern ist dieses Bild entstanden. Skizziert hatte ich es schon länger, mich dann aber nicht herangetraut. Es war auch ein ganzes Stück Arbeit und die Energie ist recht heftig, aber es hat großen Spaß gemacht.
Manannán mac Lir ist ein keltischer/walisischer Meeres- und auch Totengott. Er gilt als Sohn des Meeresgottes Lyr (Lir, Lear) und soll noch älter sein als die Tuatha Dé Danann.
Er gilt als einer der Herrscher über die Anderwelt und wacht über die Schleier und Nebel, die diese Welt davon trennen. Manchmal wird er auch als eine Art "Trickster" gesehen und sein Mantel soll die Farbe wechseln können.
Ich habe ihn so gemalt, wie ich ihn sehe - und für mich wechselt der Mantel seine Farben mit dem Meer vor Irland und Großbritannien. Auf dem Bild hier ist es die stürmische See, die sich widerspiegelt.
Er ist ebenso verbunden mit den Fortunate Isles bzw. Isles of the Blessed - den Inseln, auf denen laut Mythologie die Helden und andere begünstigte Sterbliche nach ihrem Todvon den Göttern empfangen werden und dort in einer Art Paradies leben- und Mag Mell, einem Reich, in das man nur durch den eigenen Tod oder große Ehre gelangen konnte. Mag Mell soll eine Insel ganz im Westen Irlands sein und wurde von etlichen irischen Helden und Mönchen besucht. (Hier zeigt sich wieder, wie im keltischen Christentum alter und neuesr Glaube sich mischen.) Wie die Insel der Seligen ist auch Mag Mell ein paradiesischer Ort der ewigen Glückseligkeit.
Beide Bilder unterstreichen nochmal Manannáns Funktion als Totengott und Herrscher der Anderswelt.
Der Legende nach besitzt Manannán ein Boot, das ohne Nägel gebaut ist und keine Segel benötigt - die Wave Sweeper, einen Mantel aus Nebel (mit dem er sich auch unsichtbar machen kann), einen flammenden Helm und ein Schwert namens Fragarach (der "Rächer"), das niemals sein Ziel verfehlt. Sein Pferd Aonbharr of the Flowing Mane trägt ihn ebenso leicht über das Wasser wie übers Land und Lugh soll von ihm einige schöne und magische Geschenke erhalten haben.
Manannán gilt als der erste Herrscher der Isle of Man (daher wohl auch der Name) und ist dort bekannt als Mannan beg mac y Leir (kleiner Manannán, Sohn der See).
Im Leabhar Buidhe Lecain (das gelbe Buch des Lecan), einem irischen Manuskript aus dem sehr frühen 15. Jahrhundert, das heute im Trinity College in Dublin liegt, heißt es, es habe vier Manannáns gegeben. Zum allerersten steht darin folgendes:
"Manandan mac Alloit, a Druid of the Tuath De Danann, and in the time of the Tuath De Danann was he. Oirbsen, so indeed, was his proper name.... Oirbsen over the land, so that from him (is named) Loch Oirbsen. This was the first Manannan."

Erwähnt wird er aber auch bereits im Immram Brain (maic Febail) (Die Reise des Bran) aus dem 8. Jahrhundert und im Ulster Cycle.

Soweit die Legenden.
Für mich ist Manannán eine sehr beeindruckende und starke Persönlichkeit. Er hat oft ein Augenzwinkern und den Schalk im Nacken, kann aber auch ganz gewaltig auf die Kacke hauen und seinem Zorn freien Lauf lassen.
Ebenso hilft er uns aber auch gerne über das stürmische Meer hinweg und reicht uns seine Hand, wenn wir Hilfe benötigen. Er kann sehr sanft sein, aber stets ist die große Kraft dahinter spürbar. Manchmal scheint er unberechenbar und ich habe das Gefühl, genau das genießt er besonders.
Er spricht aus, was ihm auf der Zunge liegt - ohne Rücksicht auf zartbesaitetere Naturelle und weist sehr deutlich darauf hin, wenn wir von unserem Wege abweichen. Er schubst uns gerne in die richtige Richtung, belässt aber stets uns die endgültige Entscheidung. Außerdem hasst er Unehre und auch Unehrlichkeit. Manch einer mag das Gefühl haben, dieser Gott möge ihn nicht - doch mag das oft einfach an seinem durchdringenden und forschenden Blick liegen, der uns bis ins tiefste Innerste durchdringt und nichts im Verborgenen lässt. Oftmals kennt er unsere Wünsche und Sehnsüchte besser als wir selber und schaut in unsere dunkelsten Ecken.
Er kann beschützend wirken und auch wie ein weiser Lehrmeister. Dann wieder schelmisch und mit einem kleinen Flirt im Augenwinkel.
Ich finde ihn einfach so richtig toll.

Kommentare:

Zachia hat gesagt…

Schön geworden!
Tollm finde ich auch das er mal ganz anders wirkt als deine anderen Männerbildnisse.

Ashmodai hat gesagt…

Naja, ich male ja immer das, was ich sehe. :)
Und er sieht nunmal so aus bei mir.
Freut mich, dass es Dir gefällt.

Ashandra hat gesagt…

Danke Ash! Nicht nur für das Bild, sondern ganz speziell auch für die Beschreibung. Ich hatte ihn noch gar nicht gekannt, obwohl ich mich doch recht intensiv mit der Anderswelt beschäftige.

Ashmodai hat gesagt…

Vielleicht läuft er Dir ja noch über den Weg.
Naja, und die Anderswelt ist ja auch groooooß. :)

Ashandra hat gesagt…

Also gegen diese Begegnung hätte ich ja nix ;-)

Tine-Bine hat gesagt…

Mhmmm... Mir gefällt er! :D

Dryade hat gesagt…

Wow, wie schön!!!
Und irgendwie ist er anders als die Bilder die du sonnst malst. Hast du was an deiner Technik geändert?
liebe Grüße ins Sülztal von der Dryade

Andy hat gesagt…

Toll gezeichnet, sieht irgenwie aus wie der Sänger von Gotthard +

Katherene hat gesagt…

Wie schon gesagt - wunderschön. Und wirklich sehr passend für diese Jahreszeit und Stimmung.

Ashmodai hat gesagt…

Danke, Tine *knuddel* Mir auch =D

Dryade, ich hab genauso gemalt wie immer. Aber er ist ja auch ganz anders als die anderen - es sind ja alle unterschiedlich in Aussehen und Energie. =) Liebe Grüße ins Windecker Ländschen!

Andy, jetzt musste ich erstmal die Band ergooglen. Und ja, sie tragen auf jeden Fall schonmal den gleichen Bart. =D

Danke Dir ganz ♥ lich, Katherene. Das wollte auch unbedingt jetzt gemalt werden.

2woelfe hat gesagt…

Ich finde, er hat eine ganz starke, sympathische, herzliche Ausstrahlung. Sollte man gar nicht meinen von einem Totengott, aber er wirkt auf mich ungeheuer sympathisch und freundlich. Und ich hatte bisher auch noch nie von ihm gehört.

@Tine: Vielleicht - so ging es mir jedenfalls - ist es nur die Überraschung, weil das Bild mal in Blau und Schwarz gehalten ist statt wärmeren Farben. ;) Und weil er frontal guckt.

Ashmodai hat gesagt…

Ha ja nu, wenn man z.B. als Job unter anderem die Seelen heimbringt, kann man ja auch herzlich sein.

Alruna hat gesagt…

Das finde ich jetzt leicht unheimlich. Du hast ihn genauso gemalt, wie ich mir Loki vorstelle, nur in anderen Klamotten. Aber Gesicht und Haar - das ist exakt "mein" Loki...

Anonym hat gesagt…

Also den finde ich mal richtig gut :-D
Der spricht mich sehr an, auch von seinen Aufgaben und seiner Art. Möglicherweise hatte ich schon mit ihm zutun und wusste nicht wer er war. :-D
Wie hast du dich ihm genähert? Ich denke, mit dem beschäftige ich mich auch mal.

LG
Alexis

Ashmodai hat gesagt…

Alruna, ich würde Loki auch sehr ähnlich malen. Manannán wird ja auch oft als "Trickster" dargestrellt wie Loki auch (ich hasse das Wort). Vielleicht sind die beiden ja irgendwie verwandt. =D

Alexis, er war/ist einfach da. Und ich muss sagen, ich finde ihn ziemlich toll. Woher genau wir uns kennen weiß ich noch nicht, aber das wird schon noch kommen. :)

Feona Malea hat gesagt…

Er ist wunderschön geworden :) - auch wenn du Angst davor hattest ihn zu malen und er eeeewig rumgelegen hat!

Wundervoll und sehr kraftvoll :)

Ashmodai hat gesagt…

Ich hatte ziemlich Angst, ihn zu malen. :)
Dankeschöööön!

Beltane hat gesagt…

Der gefällt mir richtig gut *grins*
Aber ich bin bestens versorgt..... :o)

Wundervolles Bild!!!

Liebe Grüße,
Beltane

Ashmodai hat gesagt…

Dankeschööööön! =)