14 Oktober 2013

Neu gemalt: Henry II von England

Es ist kalt, fies und ungemütlich und ich kränkele seit einer Woche so vor mich hin. Eine Erkältung, die nicht richtig rauskommt, Halsweh, Fieber, immer mal Magen-Darmprobleme und schwankende Stimmungen.
Aber gemalt habe ich trotzdem. ich wollte Henry unbedingt endlich neu malen und es war schwieriger, als ich gedacht hatte. Ich wollte ihm unbedingt gerecht werden und das Gesicht hat mich ewig gekostet (vom Kettenhemd ganz zu schweigen). Aber jede Sekunde hat mir Freude gemacht und hier ist er.


Henry II., genannt Curtmantle (Kurzmantel) herrschte als König von England (von 1154–1189), Count of Anjou, Duke of Normandy, Duke of Aquitaine, Duke of Gascony, Count of Nantes, Lord of Ireland und beherrschte zeitweise Teile von Wales, Schottland und Westfrankreich.
Henry war das erste Mitgliedes des House of Plantagenet das England regierte und der Urenkel von William the Conqueror.
Weitere Beinamen von Henry waren FitzEmpress (Sohn der Kaiserin) und Löwe der Gerechtigkeit.

Henry II. wurde am 5. März 1133 in Le Mans geboren, am ersten Tag des traditionellen Jahres. Sein Vater, Geoffrey V. of Anjou (Geoffrey Plantagenet, genannt Geoffrey der Schöne), war Count of Anjou und Count of Maine. Seine Mutter, Kaiserin Matilda, stellte als Tochter Henry’s I. (1100 – 1135, Sohn von William, Duke of Normandy) Ansprüche auf den englischen Thron. Henry verbrachte seine Kindheit auf dem Land seines Vaters - Anjou.
Mit 9 Jahren nahm ihn Robert, 1st Earl of Gloucester mit nach England, wo er seine Ausbildung von Master Matthew in Bristol erhielt.

Am 18. Mai 1152 heiratete Henry im Alter von 19 Jahren Alienor von Aquitaine in der Kathedrale von Bordeaux. Typisch für Henry war die Hochzeit "without the pomp or ceremony that befitted their rank”. Ein weiterer Grund außer Henrys Vorliebe für Einfachheit könnte gewesen sein, dass Alienors Ehe mit Louis VII. von Frankreich erst zwei Monate zuvor annulliert worden war. Ihre Beziehung war immer sehr stürmisch und kam schließlich 1173 zu einem Ende, als Henry sie unter Hausarrest stellte, nachdem sie ihre Kinder zur Rebellion gegen ihren Vater ermutigt hatte. (Dieser Hausarrest dauerte für sie 15 Jahre…)

Henry und Alienor hatten acht Kinder: William, Henry, Richard, Geoffrey, John, Matilda, Eleanor und Joan. William starb noch als sehr kleines Kind – er wurde nur 3 Jahre alt. Infolge dessen wurde Henry als Nachfolger gekrönt, als er das Alter dazu erreicht hatte. Und da er niemals wirklich König mit eigenen Königsrechten gewesen ist, ging er als "Henry the Young King" und nicht Henry III in die Geschichte ein. Theoretisch hätte Henry den Thron von seinem Vater geerbt, Richard die Besitztümer seiner Mutter, Geoffrey die Bretagne und John wäre Lord of Ireland gewesen. Das Schicksal entschied jedoch viel früher endgültig und ganz anders.

Ein gewisser John Speed behauptete 1611 in seinem Buch History of Great Britain, dass das Paar noch einen weiteren Sohn, Philip, hatte. Seine Quellen jedoch existieren nicht mehr, und falls dem tatsächlich so gewesen sein sollte, ist der Junge wohl ebenfalls in frühester Kindheit gestorben. Vielleicht aber war es auch lediglich eine Verwechslung mit Philip II. von Frankreich, der in seiner Kindheit Gast bei den Plantagenets gewesen sein könnte.

Henry hatte ebenso eine Reihe unehelicher Kinder. Obwohl sie keine echten Ansprüche auf den Thron hatten, waren sie doch eine potentielle Gefahr für seine legitimen Kinder. Einer davon war William Longespée. Dieser gab sich jedoch mit den Ländereien und den Reichtümern zufrieden, die er als königlicher Bastard bekam. Geoffrey, Bishof von Lincoln, Erzbischof vonYork jedoch wurde als Dorn in der Seite Richard’s I of England erachtet – und lag immer wieder mit ihm und John im Clinch. Geoffrey war der einzige von Henrys unehelichen Söhnen, der an seinem Sterbebett saß. In die Kirche kam er durch Richard, der damit wohl auch seinen weltlichen Ambitionen ein Ende setzen wollte. Ein weiterer Sohn, Morgan, wurde in die Diözese Durham gewählt, dort aber wegen des Widerstands von Papst Innocenz III. niemals zum Bischof geweiht.

Henrys Erscheinung wird von seinem Zeitgenossen Peter of Blois folgendermaßen beschrieben:
...the lord king has been red-haired so far, except that the coming of old age and grey hair has altered that colour somewhat. His height is medium, so that neither does he appear great among the small, nor yet does he seem small among the great... curved legs, a horseman's shins, broad chest, and a boxer's arms all announce him as a man strong, agile and bold... he never sits, unless riding a horse or eating... In a single day, if necessary, he can run through four or five day-marches and, thus foiling the plots of his enemies, frequently mocks their plots with surprise sudden arrivals... Always are in his hands bow, sword, spear and arrow, unless he be in council or in books.

Wie sein Großvater Henry I. of England, hatte Henry II. eine ausgezeichnete Kenntnis der Gesetze. Er war ein talentierter Linguist und sprach ein exzellentes Latein. An den Ratsversammlungen nahm er sehr gerne persönlich teil, wenn es möglich war.
Sein Lebensstil war eher bescheiden, er kleidete sich nie pompös, sondern stets einfach – es sei denn, die Etikette verlangte unbedingt etwas anderes. Diese Vorliebe erbte sein Sohn Richard.

Auch als Mensch war er eher bescheiden und kam mit allen “Klassen” gut zurecht. "He does not take upon himself to think high thoughts, his tongue never swells with elated language; he does not magnify himself as more than man." (Walter Map, Zeitgenosse) Seine Großzügigkeit war wohlbekannt und er beschäftigte einen Templer, der ein zehntel der Nahrungsmittel, die für den königlichen Hof gekauft wurde, unter den Ärmsten der Armen verteilte.

Henry hatte auch einen guten (zuweilen kranken) Sinn für Humor und war auch niemals erzürnt, wenn er selber Gegenstand eines Witzes war. Einmal, als er schmollend dasaß und sich mit einer Näherei beschäftigte, meinte ein Höfling, er sähe aus wie eine Gerberstochter. Der König brüllte vor Lachen und erklärte den Witz sogar jenen, die ihn nicht direkt begriffen hatten.
Sein Gedächtnis war ausgezeichnet – er vergaß niemals jemanden, den er einmal gesehen hatte und auch niemals etwas, das ihm nützlich sein konnte. Er war belesener und gelehrter als jeder andere König seiner Zeit in der westlichen Welt.

ImageBanana - Henry_II_of_England.jpg

Kommentare:

Hummel hat gesagt…

Schöne Kurzbiographie. =)

athena hat gesagt…

Man sieht die Liebe zum Detail in Deinem Bild, ist wirklich sehr schön geworden und der Herr strahlt auf Anhieb so einge gelassene Heiterkeit aus :)