17 März 2013

Go mbeannaí Pádraig dhuit!


Einen wunderschönen Saint Patrick's Day Euch allen.
Passend zum Tag krame ich meine Beiträge dazu nochmal aus.
Dazu gibt es auch mein (altes) Bild von Pádraig - ich habe es auch immer noch sehr, sehr gern.
 
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aint Patrick, oder Naomh Pádraig, wie sein irischer Name lautet, war von Geburt her Brite, sein Vater Calpornius ein decurio - also ein Ratsmitglied der Stadt -, sein Großvater Potitus ein Priester.
Sein Geburtsort war irgendwo im Westen zwischen der Mündung des Severn und des Clyde und hieß Bannavem Taburniae. Patrick war ungefähr 14 oder 16 Jahre alt (da sind sich die Quellen, die ich vorliegen habe, uneins), als er von irischen Piraten gefangengenommen und verschleppt wurde, was ihm sechs Jahre Sklaverei einbrachte. Wo er arbeitete (hauptsächlich hütete er die Herden seines Herrn) ist nicht sicher bekannt, aber er verbrachte eine Menge Zeit dort mit beten - ganz im Gegensatz zu seinem Leben in Britannien, wo er weder betete, noch sich um Gott oder priesterliche Ratschläge und Ermahnungen kümmerte.
Nach sechs Jahren in der Sklaverei hatte er einen visionären Traum, in dem ihm gesagt wurde, dass er bald in sein Land zurückkehren würde. Dies entsprach auch den tatsachen - es ist nur nicht ganz klar, ob er davonlaufen konnte oder befreit wurde. Auf jeden Fall gelangte er an einen Hafen, der wie er sagte, 200 Meilen weit weg war - eventuell an der Südostküste -, wo er einige Segler überredete, ihn mitzunehmen.
Nach zahlreichen Abenteuern in fremden Landen inklusive dem Erlebnis eines Beinahe-Hungertodes, kehrte ein sehr veränderter Patrick schließlich zu seiner Familie zurück.
Er erhielt eine Ausbildung zum Priester, die auch die lateinische Bibel beinhaltete, die er sehr gut kannte, jedoch keine "höhere Bildung", was er sehr bedauerte und für was er auch kritisiert wird. Seine eigenen lateinischen Schriften sind sehr einfach gehalten, aber dennoch wortgewandt und manchmal richtig schön ironisch.
In dieser Zeit hatte er auch Kontakt nach Gallien und vielleicht sogar zum Papst, der Palladius als ersten Bischof der Iren entsandte. Seine Mission dort hatte allerdings nicht sehr lange angedauert, und so wurde Patrick sein Nachfolger.
Gegen diese Berufung gab es einige Gegenstimmen aus Britannien, aber Patrick machte sich ca. 435 auf den Weg nach Irland. Es muss seltsam gewesen sein, nun als Bischof in das Land zurückzukehren, in dem man als Sklave gehalten wurde.
Er arbeitete hauptsächlich im Norden und errichtete seinen Bischofssitz in Armagh, von wo aus er die Kirche in örtliche Sitze unterteilte, aber auch im Westen und Osten. Obwohl Patrick die Iren dazu ermunterte, Nonnen und Mönche zu werden, ist es nicht gewiß, ob er selber auch Mönch gewesen ist.

Patricks Schriften sind die ersten, die sicher von der Britischen Kirche indentifiziert sind. Obwohl er nicht unbedingt gelehrt war, war er doch von ehrlicher Herzlichkeit und voll der Nächstenliebe. Sein Ziel war es zwar, das Heidentum, Götzen- und Sonnenanbetung abzuschaffen, doch war er niemals hart dabei. Dennoch machte er in seinen Predigten keine Unterschiede und behandelte vom Bauern bis zum Edelmann alle gleich und es war ihm auch egal, ob er dafür festgenommen werden konnte. Mit seinem Gebrauch der Bibel und seinen Endzeiterwartungen war er zum einen ein typischer Bischof des 5. Jahrhunderts, zum anderen aber auch wieder höchst individuell.
Er war sich bis zu seinem Tode immer seiner fehlenden Gelehrtheit bewusst und vergaß auch niemals seine Zeit als Sklave.

Der historische Patrick ist deutlich attraktiver als der der Legenden, welcher die Schlangen aus Irland vertrieb und die Dreifaltigkeit mit einem Kleeblatt erklärte. (Letztere Legende spiegelt sich im Bild im Kleeblatt in seiner Hand wieder.) Der Legende nach hat er auch ganz allein auf sich gestellt hunderte von Menschen zum Christentum konvertieren lassen - in Wirklichkeit brauchte es dazu etliche Prediger und Generationen.

Wo er gestorben und begraben ist, ist nicht sicher nachgewiesen. Daher kam auch Glastonbury auf die Idee, die Reliquien von Patrick dem Älteren, die es schon laaaaange besaß, als die von Saint Patrick auszugeben. Acht alte englische Kirchen sind ihm geweiht, dazu noch etliche Kapellen in Pembrokeshire. Bis heute ist er einer der populärsten Heiligen Irlands. Seine Festtag ist einheitlich der 17. März.

Quelle: Oxford Dictionary of Saints



Obwohl die Amerikaner den Tag voll für sich beansprucht zu haben scheinen, ist der Saint Patrick's Day doch immer noch ein uririsches Fest und wird schon seit mehr als 1000 Jahren gefeiert.
Natürlich nicht wie heute - mit Paraden, grünem Bier und "Kiss me, I'm Irish"-T-Shirts.
Viel mehr als religiöser Feiertag mitten in der Fastenzeit (bis in die 70er mussten sogar die irischen Pubs geschlossen bleiben), an dem das Fastengebot aufgehoben ist. Traditionell aß man in Irland heute Bacon und Kohl.

Auch die Symbole, die uns allenthalben begegnen, sind alten Ursprungs.
Das bekannteste ist sicherlich das Kleeblatt.
In Irland (und nicht nur dort), wird es Shamrock genannt, was sich vom gälischen seamróg für "kleiner Klee" ableitet.
Der Klee war im alten Irland eine heilige Pflanze, da er die Wiedergeburt des Frühlings symbolisierte. Untrennbar verbunden ist es mit Saint Patrick, der die Dreifaltigkeit damit erklärt haben soll. Seinen Siegeszug als Nationalsymbol trat es erst im 17. Jahrhundert an, als die Iren es als Zeichen des Nationalstolzes und gegen die Engländer trugen.

Dann wäre da noch der Leprechaun, der heute als putziges, kleines Männchen mit rotem Bart dargestellt wird.
Die Bezeichnung kommt vom gälischen lobaircin oder leipreachán, was soviel wie "kleiner Bursche" bedeutet. Mit dem freundlich-lustigen Kerlchen, das die Amerikaner gerne propagieren, hat der wahre Leipreachán absolut nichts zu tun. (Mit dem Saint Patrick's Day ursprünglich übrigens auch nicht.) Der "Leprechaunus Amerikanus" hat seinen Ursprung in einem Disney-Film namens Darby O'Gill & the Little People, im Deutschen Das Geheimnis der verwunschenen Höhle, der auf den Erzählungen Herminie Templeton Kavanaghs beruht.

Der Ursprung des Leipreachán liegt natürlich viel weiter zurück und manchmal frage ich mich, was sie wohl dazu sagen, wenn sie erfahren, so verkitscht und verniedlicht zu werden... (Wohl ein allgemeines Schicksal der Naturgeister. Dämonen hingegen müssen ja alle abgrundtief böse sein und am besten Pferdefüße und rote Haut haben...garniert mit Hörnchen auf dem Kopf.)
Selbst das irische Wort leipreachán hatte sich aus anderen Worten entwickelt. Vermutlich ist es eine Abwandlung des mittelirischen (Mittelirisch oder Meán-Ghaeilge ist die Sprachstufe des Irischen zwischen dem Altirischen und dem Frühneuirischen von ca. 900 bis 1200) luchrupán, das wiederum vom Altirischen (Sean-Ghaeilge - zwischen 600 und 900) luchorpán abgeleitet ist. Das Wort setzt sich zusammen aus für "klein" und corp für "Körper".

Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich in einer mittelalterlichen Geschichte namens Echtra Fergus mac Léti (Die Abenteuer von Fergus, Sohn von Léti). In einer Episode des Textes schläft Fergus mac Léti, der König von Ulster, an einem Strand ein und wacht auf, als er von drei lúchorpáin ins Meer gezogen wird. Er nimmt die Drei gefangen und bekommt die Erfüllung von drei Wünschen angeboten, wenn er sie wieder gehen lässt.

Der Leprechaun soll ein Einzelgänger sein, dessen Hauptbeschäftigung es ist, Schuhe zu fertigen. Er mag Streiche und nach William Butler Yeats kommt ihr großer Reichtum aus ihren Schatztöpfen, die vor langer Zeit vergraben wurden. (Daher auch die immer wiederkehrende Darstellung des pot of gold, denke ich.)
Nach McAnally ist er der Sohn eines bösen Geistes und einer verkommenen Elfe - weder vollkommen gut noch vollkommen böse. (Wie die meisten eigentlich, hm?)
Ursprünglich sollen sie übrigens Rot getragen haben und ihr Aussehen variierte je nach Herkunftsort.

Beannachtaí na Féile Pádraig oraibh!
May St. Patrick guard you wherever you go,
and guide you in whatever you do –
and may his loving protection
be a blessing to you always.

Kommentare:

athena hat gesagt…

Einmal mehr super lehrreich und interessant - merci ♥
In dem Buch das ich gerade gestern abend begonnen habe zu lesen übrigens (also erst 20, 30 Seiten oder so) steht "Patraic" zunächst ganz und gar nicht sympathisch da.
Aber das liegt vermutlich an seiner dort dargestellten Abneigung gegen das Heidentum ;)

Hummel hat gesagt…

Was ist das für ein Buch? Darf ich das wegwerfen?

Das mit den Leprechauns kam mir auch immer komisch vor - warum die so niedlich sein sollten. Ich habe sie mir eher wie die Wee Free Men vorgestellt. ^^

Ashmodiel hat gesagt…

Ich schmeiß mit, Hummel ;)

Hummel hat gesagt…

=D

Flauschglitzerwelt hat gesagt…

Beeindruckend!
Das war das erste mal, das ich etwas darüber gelesen habe, vielen dank, ich habe viel gelernt!

Ashmodiel hat gesagt…

Aber gerne.
Davon gibt es hier viel. ^_^

athena hat gesagt…

Hallo?! Erde an Ebenne?! :D
Es geht um "Flamme und Harfe", ja - das ist sicher ganz toll. Und noch ist er ja erst ein- oder zweimal aufgetaucht ;)

Ashmodiel hat gesagt…

Pah! ^_^

Hummel hat gesagt…

Das ist keine Entschuldigung. Wir beide müssen mal ein langes Gespräch führen. ;-)

Ashmodiel hat gesagt…

Genau =) Das macht Ihr ja sonst nie. ;)

Hummel hat gesagt…

Ehm. *hust* Ja.

athena hat gesagt…

Hö :D