22 Juni 2010

Gemalt: Sol Invictus


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Heute macht er nach der Schafskälte pünktlich zu Beginn des Sommers seinem Namen alle Ehre - Sol Invictus, die unbesiegte Sonne.
Gemalt habe ich ihn am Sonntag; wie passend.

Seinen Beinamen Invictus hat er erst seit dem 2. Jahrhundert, vorher hieß er einfach nur Sol. Den Beinamen teilt er sich mit einigen anderen Gottheiten wie Herkules, Apollo, Silvanus und Mithras. Vielfach wird er mit Helios gleichgesetzt und sie sind einander auch recht ähnlich - aber meiner Ansicht nach zwei verschiedene Götter.
Vespasian hat zu seinen Ehren bereits im Jahre 75 eine Kolossalstatue errichtet. Die früheste schriftliche Erwähnung seines Namens als Sol Invictus findet sich in einer Widmung in Rom aus dem Jahr 158 ("Soli Invicto Deo"). Eine weitere, die vom Stil her ebenfalls dem 2. Jahrhundert zugerechnet wird, prangt auf einer römischen Phalera (Schmuckplakette auf dem Brustharnisch der Rüstung): "inventori lucis soli invicto augusto", frei übersetzt "an die Quelle (wörtlich "an den Erfinder") des Lichts, Sol Invictus Augustus." Augustus ist hier als weiterer Beiname Sols gemeint - "August" meint hier ein erhabenes Wesen. Andererseits hat sich das Herrschaftshaus natürlich auch gerne im wahrsten Sinne des Wortes in Sols Glanz gesonnt...
Im Jahre 274 wurde er von Aurelian nach dessen Sieg über Zenobia zum obersten Staatsgott erhoben, doch hatte er schon seit dem 1. Jahrhundert die Aufgabe, den Kaiser zu beschützen.
Sol Invictus erhellt und beleuchtet wie die Sonne alle Dinge - auch solche, die man vielleicht lieber im Verborgenen gehabt hätte, weil man sie nicht anschauen möchte. So kann er uns helfen, uns unseren eigenen verdrängten Gefühlen, Erlebnissen etc. zu stellen und sie mit seinem strahlenden Licht zu beleuchten. Wo es noch schmerzt, scheint bald goldenes Sonnenlicht.
Es ist natürlich nicht immer angenehm, wahrscheinlich hält er öfter mit diesem Beleuchten einen Spiegel in der Hand als uns lieb ist - aber es ist ebenso hilfreich und tröstlich.

In den alten Darstellungen wird er oft mit einem Sonnenkranz um den Kopf gezeigt und er fährt schonmal einen goldenen Sonnenwagen, der von vier weißen Pferden gezogen wird. Ich sehe ihn nicht mit einem solchen Kranz auf dem Kopf - sondern so, wie hier gemalt. Seine Augen sind von einem Leuchten wie gelblicher Bernstein, durch den das Licht fällt und voller Verschmitztheit aber auch Temperament. Überhaupt das Temperament. Das ist wie bei Helios und Apollon sehr feurig und tendiert auch schonmal ein wenig zum Jähzorn, der aber rasch verfliegt. Und ebenso wie die beiden anderen kann man auch sein Gemüt größtenteils doch als sonnig und humorvoll beschreiben, wobei der Humor schonmal leicht krank sein kann.
Die Energie leuchtet für mich in den Farben, die ich hier dargestellt habe...auch sehr sonnig und warm. Und manchmal...ja, da nehme ich an ihm auch Flügel wahr.
Ich fühle mich ihm...ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll...irgendwie "verwandt".

Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Könnte man ihn vielleicht auch mit dem "Lichtbringer" vergleichen? Er ist doch auch dafür zuständig die dunklen Seiten.....auch in uns....zu erhellen...

"Bernstein"...? In der Sonnenwendnacht habe ich erstmalig von Bernsteinen geträumt. Meißt träume ich von anderen Steinen......

Deine Beiträge sind immer sehr interessant liebe Ashmodai. Ein Danke dafür!!
Liebe Grüße
Grey Owl

Ashmodai hat gesagt…

Hallo, liebe Grey Owl!

Ich freu mich, wenn Dir der Beitrag gefallen hat. :)
Ja, als Lichtbringer könnte man ihn auch sehen - er trägt das Licht auch in die dunkelste Ecke und hat dem klassischen Lichtbringer Helel einiges gemein. Das ist wahr. :)

Und ich liebe Bernstein! Im Nachhinein könnte es beim weiteren Nachdenken auch die Farbe eines Citrins sein - noch so ein Lieblingsstein von mir.

Liebe Grüße und einen schönen Abend,

Ashmodai

Beltane hat gesagt…

So wie der schaut - schaut frau unweigerlich zum unteren Ende des Bildrandes *lach*
oder bin ich das nur .....

Wunderschön!!!
Und vielen Dank für dieses esotherisch wertvolle Input ;-)

Herzliche Grüße,
Beltane

Ashmodai hat gesagt…

Neeee, das bist nicht nur du. ;)
Vielleicht sollte ich mal wen malen, der bis weiter unten drauf ist. ;)
Danke Dir!

Alexis hat gesagt…

oh schön, ein Thema für mich.
Ich beschäftige mich ja schon länger mit Sonnekulten und auch Sol Invictus.
Mir fehlt an deinem Bild irgendwie seine goldene Rüstung ^^
Der Sonnengott Ra gehört ja auch noch zu denen... und ein ganz wenig der gute alte Baldur (aber nur ein wenig).


Es gibt auch Sol Niger, sein Gegenstück und dunkler Zwillngsbruder, die Unterweltsonne.
Wenn er nachts mit seiner Sonnenbarke oder seinem Sonnenwagen in die Unterwelt hinab fährt, verwandelt er sich, und dann beginnt er - wie du oben schon gesagt hast - Dinge mit seinem Licht zu bescheinen, die wir gerne verborgen halten wollen. Die hässlichen und düsteren Dinge.


Leider wird die schwarze Sonne zu oft mit der schwarzen Runen-Sonne der Nazis in Verbindung gebracht. Die haben ja nur entfernt miteinander zutun.

Ich mag das Thema.

Gruß
Alexis

Ashmodai hat gesagt…

Ja, die goldene Rüstung ist der Knüller - die haben von den Jungs ja noch ein paar andere auch. :)
Superinteressant finde ich Sol Niger - das ist eine Schande, dass er durch so miese Assoziationen runtergezogen wird. ich hasse sowas. -.-

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Ist Cirtin nicht der Stein von Azrael...?

Ashmodai hat gesagt…

Das kann gut sein, dass man ihm den "offiziell" zuordnet. Das weiß ich jetzt gard nicht aus dem Lameng. :)
Auf jeden Fall ist es mit Bernstein und Rubin auch der Stein von Ashmodai. ;)