09 November 2009

Keltischer Tagesheiliger - St. Benen of Ireland

Wo heute sicher alle Welt über den Mauerfall schreibt, suche ich mir lieber wieder einen Heiligen der keltischen Tradition heraus.
Für den 9. November ist das St. Benen.
Benen (Lateinisch Benignus, was soviel wie "Wohltäter" bedeutet) war der Sohn des Chieftains von Meath, Sessenen (oder auch Sechnan oder Sesgne) und wuchs in der Gegend um Duleek auf. Er und seine Familie traten zum Christentum über, als er noch recht jung war und wurden von St. Patrick getauft.
Es heißt, dass Benen Patrick regelrecht als Helden verehrte und er hatte allerlei Legenden und krude Stories über dessen Rettung gehört. Er war sehr ehrfürchtig ihm gegenüber und wie gesagt ziemlich jung, als er von ihm getauft wurde. Als Patrick, der wohl einen anstrengenden Tag gehabt hatte, nach Bedens Taufe in einem stillen Eckchen im Garten der Familie ein Nickerchen hielt, fragte Benen sich, was er ihm Gutes tun könne, um ihm eine Ehre zu erweisen. Er sah, dass der Straßenstaub auf Patricks Kleidung Insekten anzog (ich hoffe mal, es war der Staub und kein Muff!) und bedeckte deshalb den Schlafenden mit stark duftenden Blumen.
Das muss wohl seltsam gewirkt haben, denn dem armen Kerl wurde dafür der Hintern versohlt. Patrick, der von dem Tumult wohl wach wurde, nahm in dann auch in Schutz und soll angeblich gesagt haben "Schickt ihn nicht weg. Er ist ein guter Junge und wird vielleicht noch wundervolle Dinge für die Kirche tun."

Von dem Moment an verschrieb Benen sich ihm vollends und wurde sein Schüler und Gefährte. (Naja...und wer weiß, was noch, hm? ) Als Patrick aufbrach um weiterzureisen, rollte Benen sich in seinem Wagen ein, klammerte sich an Patricks Beine und bettelte ihn an, ihn mitzunehmen nach Tara.
Patrick erklärte sich bereit, ihn mitzunehmen, obwohl alle anderen dachten, er sei noch zu unreif, und versicherte ihnen, es würde ihm gut gehen. Und das tat es dann auch - er kehrte nie mehr nach Hause zurück.

Als Benen erwachsen war, wurde er Patricks Vertrauter, "Psalmensinger" und seine rechte Hand. Er sang in jeder Messe, die Patrick hielt und lernte dabei gleichzeitig, wie man predigte und den Menschen den Glauben nahebrachte. Schließlich wurde er zum Priester geweiht und folgte Patrick später auf den Bischofssitz von Armagh nach.
Benen ist bekannt für seine Sanftmut und Liebenswürdigkeit, seinen Anmut und Charme und seine wunderschöne Singstimme.
Die evangelisierung Clares, Kerrys und Connaughts wird ihm zugeschrieben und er war 20 Jahre lange der Leiter des Klosters in Drumlease, Kilmore, welches Patrick erbaut hatte. In Cavan gründete er eine Abtei auf dem Drom Benen ("Hügel des Benen"), dem heutige Drumbennan, und auch in cill benen ("Kirche des Benen"), dem heutigen Kilbonane in West Cork.

Er ist einer jener Heiligen, die sich Glastonbury unter den Nagel reissen wollte (und damit ja in guter Gesellschaft). Eine historische Grundlage dafür gibt es nicht, obwohl William of Malmesbury berichtet, dass Benen sein Bistum im Jahre 460 aufgab und nach Glastonbury reiste um wieder bei Patrick zu sein. Dieser soll ihn dann fortgeschickt haben und ihm aufgetragen haben, als Eremit dort zu leben, wo sein Stab Blüten treiben würde. Das soll dann im sumpfigen Feringmere geschehen sein, wo Benen starb und begraben wurde.
Im jahr 1091 wurden auch irgendwelche Gebeine von dort zur Glastonbury Abbey gebracht - Benens waren es allerdings nicht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Very interesting...:-) immer sehr
spannend und lehrreich hier vorbeizusurfen..
darf ich fragen ,woher dein Interesse für die keltischen Heiligen herrührt?
Liebe Grüße
Weidenfrau

Ashmodai hat gesagt…

Hmmmm....wenn ich das mal wüsste.
Ich war wohl mal selber einer. ;-)

Ach, ich bin sooo ein Geschichtsnerd, und irgendwie finde ich viele von ihnen sehr sympathisch. (Jene, die nicht totgeschlagen oder verjagt wurden, weil sie sich an alten Heilgtümern vergriffen.)
Außerdem spielt da ja meine "Seelenheimat" UK/Irland mit rein. ;-)

Anonym hat gesagt…

ja, ja..stimmt du gehörst ja dahin..
Benen finde ich übrigens nach dieser Schilderung auch recht sympatisch, vor allem das mit Blumenbedecken des Heiligen Patrick..das ist eine so liebe volle Geste..
Lg
Weidenfrau

Ashmodai hat gesagt…

Ja, das ist total knuffig irgendwie. :)
Ich sehe ihn direkt vor mir.

Luiza hat gesagt…

Sehr interessant.
Hast Du eigentlich jemals schon mal etwas über den Heiligen Antonius geschrieben? OK, er ist wahrscheinlich nicht ganz Dein Stil, aber wenn Du was geschrieben hast, dann muss ich es unbedingt lesen:-)

Schönen Ausklang des Montags:-)

Luiza

Feona Malea hat gesagt…

Hach ... wieso hat er ihn denn nur weggeschickt *seufz*.

Schrecklich - macht einen ja ganz sentimental.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Ich schau nur immer, sollte endlich mal ein Grüßlein bei Dir lassen, damit Du weißt, dass ich da war, so wie fast jeden Tag.
Für die informativen Beiträge wollte ich mich auch mal wieder bei Dir bedanken, liebe Ashmodai!
Liebe Grüße
Grey Owl

Ashmodai hat gesagt…

Luiza, bisher noch nicht, aber er steht auf meiner Liste. ;-)

Feona, jaaaaaaaaa. *schnief*

Danke Dir, liebe Grey Owl!

Luiza hat gesagt…

GEIL! Malst Du ihn auch? Dann kannst Du schon mal das Werk für mich reservieren:-)

Ashmodai hat gesagt…

Den male ich auch ;-)
Reservieren kann ich ihn nicht, da er Teil eines projektes werden soll - wie die anderen Heiligen auch. Aaaaaaber wenn er Dir gefällt, kann ich ja noch einen zweiten machen. ;-)

Luiza hat gesagt…

....ooooder Du malst den nächsten Heiligen und ich nehme das Poster von RB:-) Wir sehen mal. Malst Du den mit dem Kind oder mit dem Wilschwein?

Ashmodai hat gesagt…

Ooooder so ;)
Er wird wohl eine Lilie in die Hand bekommen - ich glaub nicht, dass ich ein Kind malen kann. :-D