11 Mai 2009

Tagesheiliger – Maieul

Maieul lebte von 906-994 (also zu Zeiten Æthelstans, über den ich weiter unten vor ein paar Tagen laaaaange berichtet habe, allerdings in Frankreich). Er war Mönch und Abt von Cluny. Geboren wurde er in Avignon, studierte in Lyons und wurde dann Erzdiakon von Macon.
Als Erbe einiger großer Grundbesitze in der Provence (die zwar von den Sarazenen überrannt wurden…aber was soll’s…) war er eigentlich für hohe Kirchenämter prädestiniert, lehnte aber die Weihe zum Bischof von Besançon ab und wurde stattdessen Mönch.
Sein Vater war ein bedeutender Gönner von Cluny gewesen, wo Maieul den Mönchshabit empfing und Bibliothekar und Schatzmeister wurde. Diese Ernennungen machten ihn sowohl für die Lehren als auch für die Verwaltung der Güter zu einem wichtigen Mann.
Später, als Abt Aymard erblindete, wurde Maiuel zum Hilfsabt berufen und folgte 965 auf den Abtssitz.
Als sehr gutaussehendem Mann mit schöner Ausstrahlung wurden ihm Respekt und Zuneigung entgegengebracht und er versuchte, als Abt den hohen Stellenwert der Wohltätigkeit und Nächstenliebe weiter zu fördern.
Unter seiner Leitung erstarkte Cluny mehr und mehr. Maieul erbaute die Kirche, die später als Cluny II bekannt war, erlangte päpstliche Privilegien für sein Kloster und verbesserte andere, wie z.B. Ravenna und Pavia.
Er genoß die Gunst der ottonischen Herrscher und wurde sogar angefragt, ob er nicht Papst werden wollte. Dies lehnte er aber im Jahre 974 dankend ab.
Als er älter wurde, erwählte er Odilo als Nachfolger und setzte sich mit einem Leben der inneren Einkehr und Buße zur Ruhe. (Sehr spaßig…)
Er starb in der Abtei von Souvigny als er gerade auf dem Weg war, die Abtei Saint Denis bei Paris umzugestalten – eine Aufgabe, die dringlich von Hugh Capet, dem französischen König (und Vorfahr von Philip II. Auguste, der mit Richard I. von England auf dem Dritten Kreuzzug war), erbeten worden war.
Die späteren Erfolge von Odilo und Hugh von Cluny waren teilweise auf Maieuls Beispiel und Ideale zurückzuführen.
Seine Reliquien wurden 1095 von Papst Urban II. überführt.

Quelle: Oxford Dictionary of Saints

Kommentare:

Hexe hat gesagt…

Liebe Ashmodai,

ich liebe diese Texte von dir. Danke dafür.

Margo

Andy hat gesagt…

Da hast Du mir ja wieder eine Geschichte reingehämmert,aber spannend war es ;-))

Ashmodai hat gesagt…

Ich freu mich, dass es Euch gefällt.
Manchmal hab ich ja schon ein wenig Angst, übereifrig zu sein mit meiner Vorliebe für sowas. :-D

RUDHI-Daily hat gesagt…

Keine Angst, Ashmodai; auch ich finde Deine Beiträge schaurig gut (flatter, flatter). Malst Du Deine 'Animusse' denn aus dem Bauch heraus, oder nach einer Vorlage? Und wie lange dauert die Reha noch? Gute Heilung!

Ashmodai hat gesagt…

*flatter flatter* :-D
Das freut mich.
Meine "Animusse" male ich sozusagen nach der Vorlage einer "Erinnerung" oder des inneren Auges...ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll.
Allerdings schaue ich schonmal, wenn ich eine bestimmte Körper- oder Handhaltung will, nach passenden Fotos, wo ich etwas abgucken kann.