13 Oktober 2008

Meine Einweihung in Rún Valdr


Samstagabend um 21:30 Uhr bekam ich meine Einweihung in Rún Valdr.
Mit einem solchen Erlebnis, wie ich es da hatte, habe ich nun wirklich nicht gerechnet...

Ich hatte mein Zimmer mit Kerzen und Räucherung schön hergerichtet und mich zum vereinbarten Zeitpunkt hingelegt.
Meine Geistführer und Engel bat ich um Schutz und Führung bei dieser Einweihung - zusätzlich bat ich darum, die Energie und die Einweihung voll und ganz annehmen zu können.
Ja, und dann lag ich da wie immer (die Augen geschlossen) und wartete ab, ob und was sich tut.

Zuerst wurden meine Hände nicht nur warm, sondern richtig heiß und meine Beine zogen unglaublich. Ganz so, als würde mich jemand an den Füßen nach unten ziehen.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, es läge etwas über meinen Augen. Alles war dunkel (okay, ich hatte die Augen zwar eh zu, aber das war jetzt anders), so als ob ich eine Kapuze oder so etwas über den Kopf gestülpt bekommen hätte.
Irgendwo vor mir donnerte jemand mit tiefer Stimme "Ashmodai Ashriel - trete aus dem Dunkel!"
Einladend klang das nicht... Nachdem er das dreimal gerufen hatte, wurde das über meinen Augen weggezogen und ich stand wie vor einem dünnen, schwarzen Nebelschleier. Den kenne ich ja schon von anderen Einweihungen, also trat ich wieder hindurch. (Unterwegs war ich wie immer "astral" - sehr groß, Mann, rotblond, dunkelbraune, fledermausartige Schwingen, braune Stiefel, braune Hose, naturweiße Tunika, brauner Gürtel mit einem Löwen auf der Schnalle, Schwert.)
Es war hell und ich schaute auf einen Hügel, auf dessen Kuppe ein großer und schöner Baum stand. Unter dem Baum stand ein verdammt großer Mann mit einem wallenden Mantel, einem großen Schlapphut und einem Stab in der Hand. So ein richtig großer, knorriger Wanderstab, der sogar noch ein Stückchen größer war als er selbst. Auf jeder seiner Schultern saß ein Rabe - alle drei blickten mir entgegen.
Neben ihm war eine nicht viel kleinere Frau mit einem unglaublich dicken, geflochtenen blonden Zopf. Sie hatte um die Stirn ein braunes Lederband mit Zeichen darauf und trug ein Kleid, das obenrum ein wenig einer Rüstung ähnelte. Auch sie blickte mir entgegen und lächelte im Gegensatz zu dem Mann, der mit total unbewegter Miene da stand.
Ich ging auf die beiden zu und sie begrüßten mich sehr freundlich. Ich verneigte mich andeutungsweise als Gruß und schaute sie an.
Der Mann reichte mir einen Lederbeutel, den ich an meinem Gürtel befestigen sollte. Er erklärte mir, dass darin meine Runen seien - aus Eberesche gefertigt. "Also Deines."
Ich tat wie mir geheißen und bedankte mich. Er grinste dann und meinte "Das ist aber noch nicht alles." Er deutete den Hügel hinunter auf den Wald, der an die Wiese grenzte. "Jetzt geh in den Wald und hole mir den Stein aus der Quelle."
Ich wollte wissen, welchen Stein - er meinte, da sei nur einer.
Also schritt ich den Hügel hinunter auf den Wald zu. An einer Stelle bildeten die Bäume so etwas wie ein Tor - da wollte ich durch eintreten. Allerdings war, als ich näherkam, plötzlich ein Wolf neben dem Eingang. Und der knurrte und geiferte und funkelte mich an - er sah aus, als wolle er mir jeden Moment an die Gurgel springen.
Klar, dass ich stehen blieb und am liebsten Reißaus nehmen wollte. Aber von hinten rief es "Das ist die Angst vor dem Unbekannten. Dazu besteht kein Grund. Kämpfe sie nieder und geh vorbei."
Ich versuchte es - und siehe da: Der Wolf war weg. Ich konnte unbehelligt in den Wald eintreten. Aber kaum war ich auf dem Weg, der sich vor mir auftat, sank ich tief ein in Morast und kam kaum vor der Stelle. Ich glaub ich brüllte sowas wie "Was soll das denn jetzt bitte?!" über die Schulter zurück.
Die Antwort auf meine Frage war "Das ist Dein Zweifel. Überwinde ihn und geh weiter!"
Jaja, der Selbstzweifel. Ich bin ganz groß darin, mir ständig zu denken, ich könne das alles nicht, was ich mir erträume. Ich sei nicht gut genug etc.etc. Es war nicht einfach, in diesem Morast voranzukommen - aber ich kämpfte mich durch. Es kam mir vor wie Stunden bis ich schließlich an der Quelle stand.
Ich blickte hinein, schöpfte ein bisschen Atem und sah einen leuchtenden, orange-gelben Stein am Grund liegen. Grade, als ich hineingreifen wollte, fror die Quelle zu.
Ganz super!
Ich glaube, mir entfuhr sowas wie "Was ist denn das jetzt für eine Scheiße?"
"Das, mein Lieber, ist die Kälte deines Egos! Geh ins Vertrauen, dann wird es wieder schmelzen."
Ja, mein Ego. Das sagt mir auch oft, dass alles bloß Träumerei ist und meine "Anderswelterlebnisse" irgendwelche "Filme"....
Ich saß also da und versuchte, in mein Vertrauen zu gehen - alle Zweifel und Egonörgeleien beiseite zu schieben. Es schmolz und fing sogar an zu brodeln. "Du kannst gefahrlos hineinlangen. Es brodelt durch dein eigenes Feuer - du kannst dich daran nicht verletzen."
Ich griff rein und hielt endlich den Stein in der Hand. Dort verwandelte er sich in eine Kugel aus Licht. "Dies ist das Wissen, welches Dir nun weitergegeben wird. Verinnerliche es und lasse es in Dein Herz sinken."
Spontan hielt ich die Kugel also an mein Herz und das Licht sank dort in mich hinein.
"Wunderbar! Gut gemacht! Du kannst nun umkehren!"
Auf meinem Weg zurück war der Pfad fest - nur am Schluß sank ich nochmal kurz ein.
Da lief ich also matschbeschmiert bis zu den Oberschenkeln zurück zu den beiden.
Sie beglückwünschten mich und der Mann sagte zu mir "Dachtest Du, Du bekämest die Runen einfach so? Ich hatte auch große Mühen, sie zu erhalten!" Dabei zwinkerte er mich an.
Sie hießen mich dann, mich einfach hinzusetzen, an den Baum zu lehnen und die Energie weiterfließen zu lassen. Ich lehnte also da und dachte, jetzt kommt der entspannte Teil der Einweihung.
Bis die Frau sich zu mir herunterbeugte, lächelte und mich fragte, ob ich nun bereit sei, alten Ballast und alte Muster abzugeben, die ich nicht mehr benötige. Da dies eh grade ein Thema für mich ist, nickte ich erfreut. Und - schwupps - saßen die beiden Raben auf mir, hackten meinen Brustkorb auf und fraßen schwarze Stücke aus meinem Herzen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt... ich muss wohl kaum sagen, dass das furchtbar war.
Als sie fertig waren, war gleich alles wieder zu und die Frau lächelte mich wieder an. "Du musst das nicht immer mit Gewalt haben...Es geht ganz leicht mit Liebe und Vertrauen."
Dann trat der Mann zu mir und sagte, ich hätte doch gar keinen Grund, so zu zweifeln und mich klein zu machen. Er sagte nochmal einige meiner Aufgaben und dass ich auf meine Weise gottgleich sei und schön und gut so wie ich bin. "Ich würde Dich ja Balder nennen, wenn wir den nicht schon hätten..." Wieder ein Zwinkern.
Ich durfte aufstehen und er legte mir die Hand auf die Schulter. "Du bist immer willkommen in unserer Mitte. Als Gast, als Freund, als Mitglied." Er hieß mich, das Wissen weise anzuwenden und auch endlich mal für mich selbst zu nutzen. "Du wirst vieles damit heiligen und heilen."
Beide verabschiedeten sich von mir und er sagte noch was von der Wilden Jagd und den Rauhnächten und dass ich die Seelen zwischen den Welten geleiten solle, bevor ich ging.

Das wars.
Ich bin immer noch ein wenig wie vom Donner gerührt und frage mich, ob das alles wirklich so war. Ja...die Zweifel....
Jetzt will ich mal sehen, was im Script steht, wie ich es anwenden kann, wofür etc. Und ich hoffe, dass ich nun die Runen besser begreife.
Oh, ja, und mal schauen, wer Balder ist!

Kommentare:

Feona Malea hat gesagt…

Baldur
(Balder; altnord. baldr, „Herr”; ahd. bald, „tapfer”) In nordischer Mythologie ein Lichtgott, Gott der Reinheit, Schönheit und Gerechtigkeit. Er ist Gott des Frühlings und durch sein Schicksal sterbender und auferstehender Gott

Der jung und schön dargestellte Baldur — er soll so licht sein, daß ein Schein von ihm ausgeht (Edda, Gylfaginning, 22) — ist Sohn des Asen Odin (Völuspá, 25) und der Frigg. Seine Brüder sind Hödur und Hermodur.

http://www.sungaya.de/schwarz/germanen/balder.htm

Ashmodai hat gesagt…

Ooooh!
Klasse! DANKE!

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Ashmodai!
Da hast Du ja eine wirklich großartige Erfahrung gemacht,..und so viel bekommen. Es war wohl das Wochenende der "Geschenke"....grins!
Viele liebe Grüße
Grey Owl

Ashmodai hat gesagt…

Huhu, Grye Owl!

Ja, das war Wahnsinn.
Ich bin immer noch beim Gedanken ordnen. :)

Liebe Grüße,

Ashmodai

Hexe hat gesagt…

Ashmodai,

danke dass du uns teilhaben ließest.

Margo

Ashmodai hat gesagt…

Gerne. :)
Es hat auch einen praktischen Nutzen.
So kann ich hier auch immer wieder drauf zugreifen, sollte ich mal was vergessen haben. :)