17 März 2014

[Brauchtum und Klugschiß] Saint Patrick's Day

Heute ist der Festtag eines meiner liebsten Heiligen - Saint Patrick. In den Irish Pubs ist heute der Bär los und in Amerika gibt es riesen Paraden.

Obwohl die Amerikaner den Tag voll für sich beansprucht zu haben scheinen, ist der Saint Patrick's Day doch immer noch ein uririsches Fest und wird schon seit mehr als 1000 Jahren gefeiert.
Natürlich nicht wie heute - mit Paraden, grünem Bier und "Kiss me, I'm Irish"-T-Shirts.
Viel mehr als religiöser Feiertag mitten in der Fastenzeit (bis in die 70er mussten sogar die irischen Pubs geschlossen bleiben), an dem das Fastengebot aufgehoben ist. Traditionell aß man in Irland heute Bacon und Kohl. Und ich werde mir beim aufgehobenen Fasten sicher einen Rotwein auf ihn trinken, da ich leider kein Stout im Kühlschrank habe und mich zu matschig und erkältet fühle, heute eines einzukaufen.

Auch die Symbole, die uns allenthalben begegnen, sind alten Ursprungs.

Das bekannteste ist sicherlich das Kleeblatt.
In Irland (und nicht nur dort), wird es Shamrock genannt, was sich vom gälischen seamróg für "kleiner Klee" ableitet.
Der Klee war im alten Irland eine heilige Pflanze, da er die Wiedergeburt des Frühlings symbolisierte. Untrennbar verbunden ist es mit Saint Patrick, der die Dreifaltigkeit damit erklärt haben soll. Seinen Siegeszug als Nationalsymbol trat es erst im 17. Jahrhundert an, als die Iren es als Zeichen des Nationalstolzes und gegen die Engländer trugen.

Dann wäre da noch der Leprechaun, der heute als putziges, kleines Männchen mit rotem Bart dargestellt wird.
Die Bezeichnung kommt vom gälischen lobaircin oder leipreachán, was soviel wie "kleiner Bursche" bedeutet. Mit dem freundlich-lustigen Kerlchen, das die Amerikaner gerne propagieren, hat der wahre Leipreachán absolut nichts zu tun. (Mit dem Saint Patrick's Day übrigens auch nicht.) Der "Leprechaunus Amerikanus" hat seinen Ursprung in einem Disney-Film namens Darby O'Gill & the Little People, im Deutschen Das Geheimnis der verwunschenen Höhle, der auf den Erzählungen Herminie Templeton Kavanaghs beruht.

Der Ursprung des Leipreachán liegt natürlich viel weiter zurück und manchmal frage ich mich, was sie wohl dazu sagen, wenn sie erfahren, so verkitscht und verniedlicht zu werden... (Wohl ein allgemeines Schicksal der Naturgeister. Dämonen hingegen müssen ja alle abgrundtief böse sein und am besten Pferdefüße und rote Haut haben...garniert mit Hörnchen auf dem Kopf.)
Selbst das irische Wort leipreachán hatte sich aus anderen Worten entwickelt. Vermutlich ist es eine Abwandlung des mittelirischen (Mittelirisch oder Meán-Ghaeilge ist die Sprachstufe des Irischen zwischen dem Altirischen und dem Frühneuirischen von ca. 900 bis 1200) luchrupán, das wiederum vom Altirischen (Sean-Ghaeilge - zwischen 600 und 900) luchorpán abgeleitet ist. Das Wort setzt sich zusammen aus für "klein" und corp für "Körper".

Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich in einer mittelalterlichen Geschichte namens Echtra Fergus mac Léti (Die Abenteuer von Fergus, Sohn von Léti). In einer Episode des Textes schläft Fergus mac Léti, der König von Ulster, an einem Strand ein und wacht auf, als er von drei lúchorpáin ins Meer gezogen wird. Er nimmt die Drei gefangen und bekommt die Erfüllung von drei Wünschen angeboten, wenn er sie wieder gehen lässt.

Der Leprechaun soll ein Einzelgänger sein, dessen Hauptbeschäftigung es ist, Schuhe zu fertigen. Er mag Streiche und nach William Butler Yeats kommt ihr großer Reichtum aus ihren Schatztöpfen, die vor langer Zeit vergraben wurden. (Daher auch die immer wiederkehrende Darstellung des pot of gold, denke ich.)
Nach McAnally ist er der Sohn eines bösen Geistes und einer verkommenen Elfe - weder vollkommen gut noch vollkommen böse. (Wie die meisten eigentlich, hm?)
Ursprünglich sollen sie übrigens Rot getragen haben und ihr Aussehen variierte je nach Herkunftsort.

Beannachtaí na Féile Pádraig oraibh!
May St. Patrick guard you wherever you go,
and guide you in whatever you do –
and may his loving protection
be a blessing to you always.
Auf dem Blog Catholic Cuisine gibt es heute Rezeptideen für ein Saint Patrick's Day Brunch und ein Saint Patrick's Day Dinner.

Kommentare:

athena hat gesagt…

Danke nochmal für die Erklärung, ich tue mich immer schwer mit der Erinnerung ;-))
Ich mag die Paraden und das ganze moderne TamTam und das viele Grün, aber zu dem ursprünglichen Festtag kriege ich leider mal so gar keinen Bezug... *räusper und davon schleich*

Ashmodiel hat gesagt…

Jetzt sag mal bloß, Du magst den Mann nicht. ^_^

athena hat gesagt…

Nein, um Himmels Willen ;-)
Das nicht. Aber ehrlich gesagt bedeutet mir das Bild von ihm auch nicht besonders viel, leider. Also ich weiß nicht wie ich das jetzt anders ausdrücken soll, sorry.
Mit eventuellen Reinkarnationen verhält es sich natürlich ganz anders :D

Hummel hat gesagt…

Ich glaub, der Mann selbst hätte damals Hölle und Verdammnis auf jeden herunterbeschworen, der es gewagt hätte, ihm einen Festtag zu widmen. ^^ Insofern liegt Athena da vielleicht ganz richtig. <3

Happy St Patrick's Day auch für Dich, Ash. :)