01 März 2011

Saint David's Day

Hallo, Ihr Lieben!
Ich hatte das hier zwar schonmal geschrieben, aber die Info am entsprechenden Tage nochmals hervorzuholen, kann ja nicht schaden. ;)


Stained glass window in Jesus College Chapel,
Oxford, showing St David. Late 19th century.

In Wales feiert man heute den Saint David's Day. Dort heißt dieser Feiertag Dydd Gŵyl Dewi Sant und ehrt den walisischen Schutzheiligen, der am 1. März 589 starb.
In Cardiff gibt es heute Paraden, Konzerte und das Really Welsh Food Festival, ebenfalls Paraden gibt es in Colwyn Bay und auch in Swansea wird dick gefeiert.

Aber wer wird da eigentlich gefeiert?
Saint David bzw. Dewi Sant war ein Kirchenbeamter und wurde um das Jahr 500 herum geboren. Genaues weiß mman darüber nicht und es wird über einen Zeitraum von 462 bis 512 spekuliert.
Rhygyfarch, der im späten 11. Jahrhundert eine Biographie Davids verfasste, schreibt er sei der Sohn von sanctus rex ceredigionis, wobei "Sanctus" ein Name ist und Sandde, den König von Ceredigion meint. Gleichzeitig kann es aber auch "heiliger König von Ceredigion" bedeuten, was nicht etwa gehopst wie gesprungen ist. Denn zur Zeit von Davis Geburt war Usai König von Ceredigion. Laut Rhygyfarch war Sandde sein Bruder und wahrscheinlich König eines Teiles von Ceredigion. Die beiden waren Söhne von König Ceredig, dem Gründer Ceredigions (daher auch der Name).
Angeblich entsprang David einer Vergewaltigung und seine Mutter Non (ob das der Name ist oder aber nur bedeutet, dass sie eine Nonne war, weiß sie wohl nur selber), Tochter Lords Cynyr of Caer Goch, brachte ihn während eines tosenden Sturmes auf einer Klippe zur Welt. An dieser Stelle steht heute die Chapel of St. Non.
David wurde in Whitland in Carmarthenshire von Saint Paulinus of Wales ausgebildet, von Saint Ailbe getauft und in Llantwit Major (walisisch Llanilltud Fawr) im Vale of Glamorgan wurde er Schüler von Saint Illtud.
(Wie so oft knubbeln sich die Heiligen und sind gerne unter sich.)
Er machte sich einen Ruf als Lehrer und Prediger und gründete Klosteransiedlungen und Kirchen in Wales, Cornwall und der Bretagne - alles zu einer Zeit in der die benachbarten Stammesgebiete(die während der nächsten hundert Jahre noch von den Angelsachsen und Franken überrannt werden sollten) noch immer zum Großteil heidnisch waren.
David stieg ins Bischofsamt auf, stand zwei Diözesen vor und damit das nicht zu langweilig wurde, pilgerte er auch noch nach Jerusalem (wo er vom Patriarchen zum Bischof gesalbt wurde) und Rom. Die St. David's Cathedral steht auf dem Grund des Klosters, welches er im Glyn Rhosyn - Tal gegründet hatte.

Seine klösterlichen Regeln waren ziemlich....strikt. Die Mönche mussten den Pflug selber ziehen, durften nur Wasser trinken, Brot mit Salz und Kräutern essen und mussten ihre Abende mit Gebet, Lesen und Schreiben verbringen. Es war ihnen kein persönlicher Besitz erlaubt, zu sagen "mein Buch" galt als Vergehen. Wein war den armen Kerlen dort vollkommen fremd und es war ihnen auch nur ein kleiiiin wenig Fisch erlaubt. Hauptsächlich ernährten sie sich eigentlich von wildem Lauch, der seitdem auch das Hoheitszeichen von Wales ist.

Vielleicht hätte sich David da ein Beispiel an Fintan of Cluan-Ednech nehmen sollen, einem keltischen Heiligen der an meinem Geburtstag gefeiert wird. Dessen Mönche mussten nämlich ursprünglich auch strikt vegan leben und bauten ihr eigenes Gemüse an. Dort erhob sich allerdings einiges an Gemurre, das Fintan Sorgen machte und schon bald wurde ihm in einem Traum gesagt, dass er am Morgen jemanden treffen würde, der ihm aus seiner Verwirrung heraushelfen würde. Die erste Person, die er am nächsten Morgen traf, war zwar taub, konnte aber dennoch mit ihm reden. Der Mann sagte ihm, dass dieser Weg zwar der richtige für Fintan selber sei, aber noch lange nicht für alle anderen. Er solle auch anerkennen, dass andere Menschen einen anderen Lebensstil benötigen. Fortan ging es den Mönchen besser und Fintan frönte seiner strikten Diät nur noch alleine.
Nun, David liebte die Einfachheit und lebte selber ebenfalls ein einfaches Leben. Er war recht askethisch und predigte seinen Anhängern, kein Fleisch zu essen und kein Bier zu trinken. Sein Symbol ist übrigens auch der Lauch. Am Saint David's Day sind Lauch und Narzissen die Symbole schlechthin - der Lauch gilt auch als walisisches Symbol mit Hochkonjunktur im Monat März.

Es wird behauptet, dass David 100 Jahre alt wurde. Er starb an einem Dienstag, den 1. März. Höchstwahrscheinlich im Jahr 589. Das Kloster soll "voll von Engeln gewesen sein, als Christus seine Seele empfing".
Seine letzten Worte an seine Anhänger ergingen in einer Predigt am Sonntag davor. Laut Rhygyfarch lauteten sie: "Seid fröhlich und behaltet Euren Glauben und Eure Überzeugung. Tut die kleinen Dinge, die Ihr mich habt tun sehen und von denen Ihr hörtet. Ich werde den Weg gehen, den unsere Väter zuvor gegangen sind."
"Do the little things in life" ist heute eine bekannte walisische Redewendung (Gwnewch y pethau bychain mewn bywyd) und ist Inspiration für viele.

David wurde in der St David's Cathedral begraben und sein Sarg war ein beliebtes Pilgerziel des Mittelalters.

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